Car-Sharing fördern
Privater Pkw-Besitz führt zu Flächenverbrauch, hohen Emissionen und geringen Auslastungsraten von Fahrzeugen.
Car-Sharing reduziert Pkw-Bestände, senkt Emissionen und fördert die Verkehrswende, insbesondere wenn Fahrzeuge elektrisch betrieben werden.
Warum diese Lösung wichtig ist
In Deutschland stehen laut Umweltbundesamt über 48 Millionen Pkw – die meisten davon stehen über 23 Stunden pro Tag ungenutzt. Das bindet Flächen und verursacht Emissionen bei Herstellung und Betrieb. Car-Sharing-Modelle senken den Fahrzeugbesitz nachweislich, da Nutzerinnen und Nutzer bewusster über Mobilität entscheiden und häufiger alternative Verkehrsmittel wählen. Für Kommunen ist Car-Sharing ein Baustein zur Reduktion von Parkdruck und CO₂-Emissionen.
So funktioniert die Lösung
Car-Sharing-Anbieter stellen Fahrzeuge an öffentlichen oder privaten Standorten bereit, meist digital buchbar per App oder Karte. Nutzer zahlen pro Fahrt oder Zeitabschnitt. Dadurch können Bürger:innen auf einen Privat-PKW verzichten (z.B. Zweitfahrzeug) und sparen auch Kosten. Insbesondere die Nutzung von elektrischen PKWs reduziert hier Emissionen.
Kommunen können Car-Sharing gezielt fördern, indem sie Stellplätze reservieren, die Integration in Bauleitplanung vorsehen oder Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften fördern. Beispielsweise hat die Stadt Wolfratshausen bei Bauprojekten mit privaten Bauherren ein Mobilitätskonzept abgeschlossen . Diese Konzepte umfassen unter anderem 25 % weniger Pkw-Parkplätze als im städtischen Stellplatzschlüssel vorgeschrieben – dafür aber ein Lastenrad- und Carsharing-Angebot an unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet. Auch Unternehmen können Car-Sharing für ihren Fuhrpark oder Mitarbeitende öffnen.
Nutzung heute
Laut Bundesverband CarSharing nutzten 2024 über 5 Millionen Menschen in Deutschland Car-Sharing-Angebote, Tendenz steigend. Die Fahrzeugflotte wuchs auf über 30.000 Fahrzeuge, davon rund 20 % elektrisch. Besonders stark wächst stationsbasiertes Car-Sharing in Städten und Wohnquartieren.
Vorteile & Grenzen
Vorteile: Weniger Fahrzeuge pro Haushalt, geringere Emissionen, effizientere Nutzung von Ressourcen und Flächen, Förderung der Elektromobilität.
Grenzen: Im ländlichen Raum oft geringere Auslastung und wirtschaftliche Tragfähigkeit, Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur und ausreichenden Standorten.
Was es braucht für mehr Verbreitung
Eine breitere Nutzung erfordert kommunale Unterstützung bei der Flächenbereitstellung, Stellplatzreduktion in Neubauten, Integration in Mobilitätskonzepte und Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Förderprogramme und lokale Kooperationen – etwa zwischen Städten und Wohnungsbaugesellschaften – sind entscheidend, um Car-Sharing auch außerhalb von Großstädten zu etablieren.

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